BestPractice Bild September

von Svenja — Best Practice, Bewegtbild, textzeichnerin

Erklärvideo Beispiel – Das monatliche Best Practice: Look What You Made Me Do

Das musikalische Comeback von Taylor Swift hätte visuell nicht gelungener sein können. Das Lyric-Video zu der Debütsingle „Look What You Made Me Do“ ihres neuen Albums wurde innerhalb von 24 Stunden das meistgesehene seiner Art. Schließlich gibt es auch viel zu entdecken! Was das Erklärvideo Beispiel so besonders macht, erklärt textzeichnerin im Best Practice des Monats September.

Der Stil des Videos erinnert stark an die Werke von Saul Bass, welcher unter anderem für Alfred Hitchcock gearbeitet hat. Dessen Film „Vertigo“ aus dem Jahr 1959 zeigte auf dem Filmplakat Menschensilhouetten, die innerhalb einer Spirale stehen. Auch die im Video genutzte Schrift ist stark an die serifenlose Handschrift angelehnt, die auch ausschließlich in Versalien abgesetzt ist.

Der Songtext wird durch das gesamte Video visualisiert — Schon gleich zu Beginn mit der Zeile „I don’t like your little games“ (0:16), welche durch Schachfiguren gezeigt wird, die sich nacheinander aufstellen. Auffällig bei den Szenen ist, dass in jeder etwas Besonderes passiert. In der Autosequenz (0:30-0:34) folgt auf das Wort „Crime“ ein Schuss in die Windschutzscheibe. Neben der Handlung trägt aber auch der Text zu der Botschaft des Videos bei. In klassischer Kinetic Typography Manier wird so aus dem grinsenden „Laugh“ (0:37) auf das Stichwort „Lie“ ein hängender Mund.

Die Farbwahl aus schwarz, rot und Grautönen trägt maßgeblich zur Atmosphäre des Erklärvideo Beispiels bei. Man fühlt sich wie in einem durchdachten Krimi aus den Sechziger-Jahren. Das Einfärben der prägnanten Stichworte verleiht diesen besonderen Nachdruck und bildet einen roten Faden innerhalb des Videos. Und natürlich erinnern diese Farben erneut an Werke von Saul Bass, der für seinen Filmposter-Stil bekannt war.

Obwohl das Lyric-Video zu „Look What You Made Me Do“ nur ein Teaser für das darauffolgende Musikvideo war, finden wir es mehr als gelungen. Für ein Video mit Handlung braucht es nicht unbedingt Schauspieler. Kinetic Typography kann mindestens genauso spannend sein, wie man anhand von diesem Beispiel sieht. Je öfter man es schaut, desto mehr Details stechen ins Auge und man taucht direkt in die Sechziger-Jahre der Filmgeschichte ein.

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vom 29.09.2017

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