Tabelle Videoportal-Check

von Josefine — Allgemein, Bewegtbild, Erklärvideos, Praxistipps, Videomarketing

Welches Videoportal passt zu Ihrem Unternehmen?

Videoportal-Check

Videos boomen – Sie sind der Content Favorit vieler Nutzer. Auch bereits bestehende Social Media Plattformen wie Facebook, Twitter und Instagram ziehen mit und bieten eine integrierte Videoaufnahme und -upload Funktion an. Doch nicht jeder Kanal muss mit Ihrem Video versorgt werden. Konzentrieren Sie sich stattdessen besser auf ein bis zwei Videoplattformen, die am besten zu Ihrem Video und Ihrer Zielgruppe passen.

Um bei der Entscheidung und Ihrer Videomarketing Strategie zu helfen, haben wir 7 Videoportale anhand von 7 Kriterien bewertet und in einer Infografik zusammengefasst:

1) Maximale Reichweite: Wie viele nutzen das Videoportal?

2) Maximale Videolänge: Kurzes Erklärvideo oder lange Dokumentation? Nicht alle Videoformate werden unterstützt.

3) Reporting: Wie und bei wem kommt das Video an? Durch Analysieren der Zuschauer, der Likes, der Kommentare und der Followeranzahl kann die Strategie nachhaltig optimiert werden.

4) Zielgruppe: Wer hält sich auf den Plattformen auf?

5) Ziel: Was wollen Sie mit Ihrem Video erreichen?

6) Genre: Ernsthafte Recherche oder pure Unterhaltung? Was erwarten die Nutzer von der Plattform?

7) Themen: Welche Bereiche und Themen liegen beim jeweiligen Videoportal im Fokus?

YouTube

YouTube ist das Videoportal schlechthin. Nach Google ist sie die beliebteste Suchmaschine und punktet mit 4 Milliarden Videoaufrufen täglich. Die aktive Nutzerzahl liegt momentan bei circa 1 Milliarde. Beste Voraussetzungen also, wenn man seine Reichweite steigern will. Die Video Plattform wird, anders als man vermuten würde, nicht nur von Jugendlichen dominiert: 37 Prozent der User sind zwischen 18 und 34 Jahre alt. Ob zur Unterhaltung, zu Recherchezwecken oder aus reinem Interesse heraus – YouTube ist die erste Anlaufstelle für Videosuchende.

Fast alle Videoformate können auf YouTube hochgeladen werden. Ob kurzes Erklärvideo, oder lange Dokumentation – Mit bis zu maximal 11 Stunden Videomaterial am Stück kann hier fast alles verwirklicht werden.

Wie das Video beim Publikum ankommt, kann kostenlos eingesehen werden. Unter der Funktion „Analytics“ werden Videoaufrufe, Bewertungen, Kommentare, die demografischen Daten der Zuschauer, etc. aufgelistet und analysiert. Das erleichtert die Pflege des Kanals und gibt Anhaltspunkte darauf, wie Ihre Videomarketing Strategie noch verbessert werden kann.

YouTube ist und bleibt ein Allrounder – auch für Unternehmen. Als ein reines Bewegtbild-Medium stehen hier Videos im Fokus. Ob eigene Arbeiten, Einblicke in Events oder Arbeitsalltag, Vorstellungen von Produkten oder Dienstleistungen, Erklärvideos oder Imagefilme – YouTube ist vielseitig, sehr beliebt und deshalb auch für Unternehmen jeglicher Art geeignet.

Facebook

Bei Facebook dominieren mittlerweile vermehrt Videos die Timeline. 1 Milliarde Videos werden sich täglich auf Facebook angeschaut. Insgesamt kann Facebook mit einer Nutzerzahl von 1,4 Milliarden glänzen.

Laut einer Studie von comScore werden die Nutzer von Facebook immer älter, so sind 41% zwischen 25 und 44 Jahre alt.

Auf Facebook können maximal 40 Minuten lange Videos hochgeladen werden. Das grenzt bestimmte Videoformate wie Dokumentationen oder lange Interviews ein.

Die Videoauswertung ist auch bei Facebook kostenlos einsehbar. Unter „Statistiken“ können die Beitragsreichweite, Gefällt-mir Angaben und Interaktionen jedes Beitrages eingesehen werden. Für weitere Angaben können zusätzliche Analyse-Tools wie beispielsweise 1-2-social installiert werden.

Die eigene Video Funktion von Facebook wird von Unternehmen kaum genutzt. Vielmehr werden YouTube-Links oder anderweitige Video-Links hier geteilt und gepostet. Ein Versuch ist es dennoch wert, denn das Potenzial von Videos auf Facebook ist hoch: Hier werden täglich 1 Milliarde Videos konsumiert.

Twitter

Als man merkte, dass Videos immer und überall gut ankommen, hat auch Twitter nachgezogen. Mit einer eigenen Video-Funktion können hier schnell und einfach Videos getwittert werden. Twitter hat 284 Millionen aktive Nutzer davon sind 43 Prozent zwischen 25 und 44. Darunter viele Unternehmen und Experten vom Fach.

Mit einer Videolänge von maximal 30 Sekunden ist das Einsatzfeld beschränkt. Die Zeit reicht höchstens für kurzes Anteasern von langen Videos oder für sehr kurze Erklärvideos oder Eventeinblicke aus.

Für Twitter gibt es keine ausführliche Auswertung und Analyse der Tweets. Es gibt allerdings zahlreiche kostenlose Tools, die Auskunft über Follower-Wachstum, Retweets und Favorisierungen zusammenfassen.

Twitter ist kein reines Videoportal. Hier konzentriert man sich auf kurze News oder Unternehmensinformationen – Videos sind eher nebensächlich. Auch aufgrund der kurzen Videodauer muss man sich als Unternehmen gut überlegen, ob man die eigen Twitter Video Funktion nutzt, oder lieber einen Video-Link twittert.

Vine

Vine ist in Deutschland (noch) nicht so bekannt wie YouTube oder Facebook. Mit weltweit 40 Millionen Nutzern trotzdem nicht zu unterschätzen. 28% der Nutzer sind zwischen 18 und 24 Jahre alt. Im Mittelpunkt stehen Unterhaltung und Belustigung. Große Unternehmen wie Oreo Cookies, Opel oder IKEA nutzen diese Aspekte für sich und konzipieren innovative und witzige Mini-Videos, um sich von der Masse abzuheben. Beim jungen Publikum kommt das natürlich gut an und kann einem Unternehmen wie Opel ein neues jugendlicheres Image verpassen.

Ein großes Manko ist die begrenzte Videolänge von nur 6 Sekunden. Zum einen zeichnet eben genau das die App aus, zum anderen bedeutet es aber auch, dass recht viel Zeit für die Videoproduktion eingerechnet werden muss: Bereits vorhandene Videos müssen den 6 Sekunden angepasst werden oder es müssen speziell für die App Videos konzipiert und produziert werden.

Auch für Vines gibt es keine ausführliche Analyse. Wie für Twitter können kostenlose Tools zur Auswertung installiert werden.

Vine macht Spaß. Als Unternehmen muss man das wissen und dementsprechenden Video Content liefern. Zum Beispiel lustige private Einblicke, Making-Offs oder Teaser. Auch Kampagnen können hier unter einem lustigen Hashtag gestartet werden – das stärkt die Community und zieht alle Blicke auf sich.

Instagram

Instagram war ursprünglich eine reine Foto-App. Mittlerweile kann man aber auch direkt Videos aufnehmen und posten. 300 Millionen aktive Nutzer hat Instagram momentan, davon ist die Mehrheit zwischen 18 und 34 Jahre alt. Aufgrund der großen Beliebtheit von Instagram nutzen auch Unternehmen und Personen der Öffentlichkeit die App, um persönliche Fotos und Videos oder Einblicke hinter die Kulissen mit Kunden oder Fans zu teilen.

Die Videolänge ist auf 15 Sekunden begrenzt und reicht somit nur für kurze Videoclips aus.

Die Analyse zum Instagram Content ist nicht in der App mitinbegriffen. Analyse-Tools wie Iconosquare oder Picstats müssen zusätzlich installiert werden, geben aber einen ausführlichen Blick auf die Entwicklung der Followeranzahl. Iconosquare gibt zusätzlich hilfreiche Tipps über die Nutzung von Hashtags während Picstats Auskunft darüber gibt welche Tags, Filter, Beschreibungen, etc. zu den meisten Likes geführt haben.

Instagram bedeutet Selbstdarstellung und Lifestyle. Wer bin ich und was gefällt mir? Gut also für Unternehmen, die ihren Namen branden und eine persönliche Beziehung zum Kunden aufbauen wollen. Kleine Videos vom Arbeitsalltag oder auch von der Mittagspause lassen Kunden am Geschehen und dem Unternehmen teilhaben. Das schafft Vertrauen und wirkt besonders authentisch.

Vimeo

Vimeo unterscheidet sich zu den anderen Videokanälen in einer Sache: bezüglich der Nutzer. Hier halten sich Mediengestalter, Künstler, Designer, Kreative, Filmemacher und –profis auf. Es wird Wert auf qualitativ hochwertige und ästhetische Videos gelegt. Es geht dabei also weniger um das, was im Video umworben wird als vielmehr um die Art und Weise, wie es produziert wurde. Mit 170 Videoaufrufen täglich ist Vimeo also eine geeignete Plattform für Profis, die ihr Können unter Beweis stellen wollen.

Für die Videos gibt es keine bestimmte Länge. Mit einem Basic-Account können allerdings nur 500 MB im Monat hochgeladen werden.

Eine ausführliche Auswertung der Videobeiträge ist mit Kosten verbunden und beim basic Paket nicht inklusive.

Beim Videoportal Vimeo geht es um Fähigkeiten. Wie gut bin ich, was kann ich meinen Kunden bieten? Wichtig ist es hier, nur qualitativ hochwertige Videos zu posten. Verwackelte Smartphone Aufnahmen vom Meeting sind hier nicht erwünscht. Wenn Ihr Unternehmen Filme produziert oder Sie Kameramann, Grafiker oder Künstler sind, dann sind sie hier richtig.

Periscope

Persicope ist anders als alle zuvor genannten Videoplattformen. Die Live-Streaming App von Twitter lässt uns live an Geschehnissen aller Art teilhaben. Die Nutzerzahl stieg nach den ersten 10 Tagen auf über 1 Milliarde Nutzer. Eine öffentliche Zahl will Twitter zwar nicht bekannt geben, doch man kann sich sicher sein, dass die Zahl stetig steigen wird.

Die Videolänge hat keine Begrenzung. Allerdings ist eine gute Internetverbindung wichtig sowie ein voller Akku und viel Speicherplatz auf dem Smartphone. Das Video selbst wird mit nur wenigen Sekunden Verzögerung veröffentlicht, Zuschauer können somit direkt am Geschehen teilhaben. Allerdings bleibt die Videoaufzeichnung auch nur 24 Stunden lang abrufbar.

Periscope ist auch deshalb so beliebt, weil eine direkte Kommunikation möglich ist. Durch Klicken auf den Bildschirm des Handys werden Herzen gesendet. Die erscheinen direkt auf dem Screen und können auch von den anderen Zuschauern gesehen werden. So entsteht gleich ein Wir-Gefühl. Ebenso kann das Video kommentiert werden, sodass ein direkter Austausch miteinander möglich ist. Zudem kann das Video überall als Link geteilt werden. Auch ohne installierte App kann man das Live-Video auf dem Handy, Tablet, PC oder Laptop verfolgen.

Alles in einem ist Periscope ein Werkzeug des mobilen Journalismus und eignet sich für Unternehmen, die ihre Kunden über ein bestimmtes Thema informieren oder einfach nur mitnehmen wollen.

textzeichnerin Fazit zum geeigneten Videoportal:

Überlegen Sie sich vor dem Veröffentlichen Ihres Videos genau, was zu Ihren Zielen passt.

  • Sie wollen ein Produkt, Dienstleistung oder Ihr Unternehmen vorstellen? Dann veröffentlichen Sie Ihr Erklärvideo und Imagefilm am besten auf YouTube.
  • Wenn Sie Ihr Können und Kreativität beweisen wollen, sollten Sie auf Vimeo setzen.
  • Ihre Kunden sollen wissen, wie es bei Ihnen auf der Arbeit aussieht? Dann genügt ein kleines Video auf Instagram.
  • Ein Event oder ein Vortrag ist besonders interessant? Lassen Sie Ihre Nutzer mit Periscope teilhaben.
  • Sie brauchen etwas ausgefallenes, etwas das garantiert aus der Masse heraussticht? Dann ist Vine Ihr Portal.

Ob die integrierten Videofunktionen von twitter und Facebook wirklich nützlich sind, ist fraglich. Schließlich können Video-Links hier einfach mit anderen geteilt werden. Dennoch eignen sich die beiden aufgrund ihrer Popularität und hoher Nutzeranzahl sehr gut für die Verbreitung Ihres Videos.

Videoportal-Check

Quellen: presseportal.deb2n-social-media.despiegel.destatista.comabsatzwirtschaft.de, über YouTube: meedia.de, über Periscope: meedia.defuturebiz.dekoelnkomm.de

 

vom 16.10.2015

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